«Trage Sorge
zu deinem
Zahnfleisch.»
Die klinische Untersuchung in der Zahnarztpraxis ist die einzige Möglichkeit, den Gesundheitszustand des Zahnfleisches richtig beurteilen zu lassen.
Die eigene Beurteilung des Zahnfleisches, beispielsweise zu Hause vor dem Spiegel, ist für eine korrekte Beurteilung ungenügend, da es nicht möglich ist, selbst festzustellen, ob durch eine Zahnfleischentzündung die Zahnverankerung bereits abgebaut wurde. Ebenso können Zahnfleischtaschen nicht selbst erkannt werden.
Erst die korrekte klinische Untersuchung in der Zahnarztpraxis mit einer sogenannten Zahnfleischsonde (Parodontalsonde) kann Aufschluss geben, ob das Zahnfleisch gesund ist, eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder bereits eine Erkrankung der Zahnverankerung (Parodontitis) vorliegt.
Die Messungen mit der Zahnfleischsonde können Stellen im Gebiss mit erhöhten Sondierungstiefen aufzeigen, die mit einem Röntgenbefund zusätzlich beurteilt werden müssen.
Die Diagnose der Parodontitis kann erst mit den hierfür notwendigen Röntgenbildern eindeutig bestätigt werden. Die Wahl der zur Diagnose einer Parodontitis notwendigen Röntgenbilder wird erst nach vollzogener klinischer Untersuchung getroffen. Auf diese Weise kann die Belastung durch Röntgenstrahlen auf das notwendige Minimum reduziert werden.
Ein Röntgenbefund besteht im einfachsten Fall aus zwei Bildern (Bissflügelaufnahmen) und im umfangreichsten Fall aus einem sogenannten Röntgenstatus mit zusätzlich bis zu 14 Röntgenbildern oder einem Orthopantomogramm. Die angefertigten Röntgenbilder müssen den zahnumgebenden Kieferknochen darstellen und es so ermöglichen, den Schweregrad des Knochenabbaus einzuschätzen.
In jedem Röntgenbild aus der Zahnarztpraxis muss das Gebiss sowohl auf Karies als auch auf Parodontitis hin geprüft werden.
Damit eine Parodontitis heilen kann, müssen in einer professionellen Zahnreinigung sämtliche Beläge (Plaque und Zahnstein) von den Zahnoberflächen entfernt werden.
Bei der professionellen Zahnreinigung führen der Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin eine systematische Reinigung sämtlicher Zahnoberflächen durch. Besonders wichtig bei der Parodontitis ist das Säubern und Glätten der bakterienbesiedelten Wurzeloberflächen unter dem Zahnfleischrand.
Ebenso werden alle Hindernisse entfernt, die eine optimale häusliche Mundhygiene erschweren können. Hierzu gehören insbesondere Zahnsteinablagerungen über dem Zahnfleischrand sowie abstehende Kronen- oder Füllungsränder.
Eine erste professionelle Zahnreinigung kann nur selten in einer Sitzung durchgeführt werden. Für Patienten mit fortgeschrittener Parodontitis werden für die professionelle Zahnreinigung mehrere Termine eingeplant.
Damit die Anlagerung von neuen Bakterienbelägen verhindert werden kann, müssen Patienten mit Parodontitis neu lernen, ihre Zähne optimal sauber zu halten.
Eine regelmässige häusliche Mundhygiene optimal durchzuführen ist nicht immer einfach. Eine grosse Herausforderung bilden beispielsweise die Reinigung der Zahnzwischenräume. Für diese Stellen gibt es spezielle Mundhygiene-Hilfsmittel, sogenannte Interdentalbürsten. Diese werden für jede Situation im Gebiss entsprechend einzeln ausgewählt und ihr korrekter Gebrauch wird den Patienten durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin instruiert.
Im Verlauf der Zahnfleischbehandlung erlernen Patienten eine auf ihre Situation angepasste Mundhygienetechnik. Die gute Mitarbeit mit einer optimalen häuslichen Mundhygiene entscheidet über den gesamten Behandlungserfolg.
Für weitere Informationen zum Thema Mundhygiene-Instruktion siehe auch www.mundhygiene-instruktion.ch.
Ein bis zwei Monate nach der professionellen Zahnreinigung wird das Behandlungsresultat überprüft und entschieden, wie die weitere professionelle Betreuung gestaltet werden soll.
Ein bis zwei Monate nach der professionellen Zahnreinigung wird das Behandlungsresultat überprüft. In dieser Nachkontrolle wird ebenso kontrolliert, ob Patienten ihre Zähne durch die häusliche Mundhygiene gut reinigen können.
Bei guter häuslicher Mundhygiene können einerseits ein deutlicher Rückgang der Zahnfleischentzündung und andererseits eine Schrumpfung des Zahnfleisches erwartet werden. Auch wenn dabei die Oberflächen der Zahnwurzeln freiliegen werden, sollten im Idealfall weniger Zahnfleisch-Resttaschen mit verbleibenden Sondierungswerten von mehr als 3 mm gemessen werden. In diesen Fällen kann die Zahnfleischbehandlung abgeschlossen und die ausgeheilte Situation durch regelmässige Termine bei der Dentalhygienikerin professionell weiter betreut werden.
Im Anschluss an eine Zahnfleischbehandlung wird die professionelle Langzeitbetreuung bei der Dentalhygienikerin geplant. Die Häufigkeit dieser Sitzungen orientiert sich auch an den sogenannten Zahnfleisch-Resttaschen.
Im Anschluss an eine Zahnfleischbehandlung ist ein langfristiger Erfolg über mehrere Jahre nur dann gewährleistet, wenn Patienten eine optimale häusliche Mundhygiene durchführen und dabei täglich verhindern, dass sich ihr Zahnfleisch durch neue bakterielle Beläge erneut entzünden kann.
Für den optimalen Langzeiterfolg wichtig ist ausserdem die fortwährende professionelle Langzeitbetreuung bei der Dentalhygienikerin, damit allfällig wiederkehrende Probleme rechtzeitig erkannt und behoben werden können.
Der Abstand dieser Dentalhygienesitzungen beträgt meistens drei, vier oder sechs Monate. Die Häufigkeit orientiert sich an der Qualität der Mundhygiene, dem Ausmass der Zahnfleischentzündung und dem Vorhandensein der sogenannten Zahnfleisch-Resttaschen.